Praktikantin Conny

Praktikantin Conny

Praktikumsbericht

Im Lebenslauf einer Studentin der Kunstgeschichte und Soziologie sieht ein Praktikum auf einem Reiterhof wohl recht ungewöhnlich aus. Wie stellt man sich so etwas vor? Idyllisch und vergnüglich, mit Ponys putzen und Kinderbespaßung? Weit gefehlt.

Gegen Ende meines Studiums war ich die „Kopfarbeit“, meinen Schreibtisch und die mangelnde Bewegung so leid, dass ich ernsthaft in Erwägung zog, mich beruflich umzuorientieren. Das Hobby zum Beruf machen? Dieser Gedanke wurde zunehmend verlockender. Mir war allerdings klar, dass man für den Beruf des Pferdewirtes oder für andere mit Pferden verknüpfte Berufe mehr aufweisen muss, als die bloße Begeisterung für Pferde. Um mich also zu prüfen und nicht blindlings in eine Ausbildung zu stürzen, entschied ich mich für ein Praktikum und landete nach meinem Studienabschluss bei equi-art auf Gut Nothenhof. Drei Monate lang erhielt ich dort einen umfassenden und vor allem realistischen Einblick in den Alltag eines Reitbetriebes.

Meine Aufgaben als Praktikantin waren vielseitig und aufgrund dessen lernte ich trotz langer Reit- und Pferdeerfahrung sehr viel Neues. Pferdeernährung, Haltungskonzepte, Pflege – keine mir unbekannten Dinge, über die ich jedoch auch vieles nicht wusste. So erweiterte sich beim Füttern, Misten und Versorgen der Pferde mein Horizont diesbezüglich enorm.

Eine zusätzlich prägende Erfahrung war die Umstellung von der englischen auf die klassisch-barocke Reitweise, die mich zu Beginn zur gefühlten Reitanfängerin machte. Doch der fundierte und strukturierte Unterricht im Reiten, in der Longen- und Handarbeit mit den fein ausgebildeten Lehrpferden vermittelte mir schnell ein Gefühl dafür und sensibilisierte mich auch allgemein für den Umgang mit Pferden.

Nicht nur in dieser „fachlichen“ Hinsicht war das Praktikum ein großer Gewinn, sondern auch für meine persönliche Entwicklung: Ich habe meine Grenzen austesten können, mich bei Wind und Wetter bewährt und bin an Herausforderungen gewachsen. Darüber hinaus habe ich gelernt selbstständig zu sein, Verantwortung zu übernehmen und als wesentlicher Teil eines Teams für den Betrieb zu arbeiten. Nicht zuletzt durfte ich interessante und inspirierende Menschen kennenlernen, die mich geprägt und mir vieles für meinen weiteren Lebensweg mitgegeben haben.

Das Praktikum hat mir gezeigt, dass das Reiten und der Umgang mit Pferden mein Hobby und Ausgleich sind, eine berufliche Laufbahn in diese Richtung für mich jedoch nicht mehr in Frage kommt. Eine ganz wichtige und klärende Erkenntnis! Deswegen empfehle ich dieses Praktikum jedem, der ernsthaft überlegt, beruflich mit Pferden zu arbeiten, aber auch all denjenigen, die etwas Neues ausprobieren möchten oder eine Abwechslung zum Schul- oder Unialltag suchen. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sind lohnend und eine nachhaltige Bereicherung!

Von Cornelia Friedrich
(Praktikantin vom 01. Mai – 31.Juli 2016)

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